Der ehemalige Gemeindesaal steht noch – vielleicht eine Chance für den Ort.

Saalabriss soll verhindert werden

Mehrfach haben wir berichtet, dass der ehemalige Gemeindesaal Elxleben abgerissen wird – zuerst sollten im Sommer die Bagger anrollen, dann bis Jahresende 2018. Noch aber steht der Saal, und vielleicht ist das eine Chance für den Ort, die einzige noch verbliebene Eventlocation zu erhalten. Das jedenfalls hoffen die Gemeinderäte, die in ihrer letzten Sitzung am 18. Dezember Bürgermeister Heiko Koch beauftragten, darüber mit dem Landkreis, dem jetzigen Eigentümer zu verhandeln. Der genaue Wortlaut des Beschlusses: „Der Gemeinderat Elxleben beschließt in seiner heutigen Sitzung, dass der Bürgermeister beauftragt wird, unverzüglich mit dem Landkreis Sömmerda den Grundstücksverkaufsvertrag über das Grundstück und das Gebäude des Gemeindesaales Elxleben in gütlicher Auseinandersetzung rückabzuwickeln und das Objekt wieder ins Eigentum der Gemeinde Elxleben rückzuführen.“ Der Saal war im Zuge des Schulanbaues an den Landkreis verkauft worden, der ihn abreißen lassen will, um Platz für den Schulhof zu generieren.

In ihrer Begründung halten Gemeinderäte fest, dass die nur eingeschränkt mögliche und noch nicht abschließend geregelte Nutzung der neuen Schulaula nicht zufrieden stellt und für Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen keine geeigneten Räume in Elxleben zur Verfügung stehen. Das Pro und Contra wurde von Gemeinderäten in einer Übersicht zusammengestellt (s. Anlage).

Fest steht, dass mit dem Verkauf des ehemaligen EDEKA-Gebäudes, das Hotel und Apotheke einschließt, sich die Pläne des Gemeinderates, hier entsprechende Veranstaltungsräume zu etablieren, zerschlagen haben. Auch eine bereits diskutierte Möglichkeit, auf dem Areal der ehemaligen Post am Kleinwinternheimer Platz entsprechende Räumlichkeiten zu bauen, findet derzeit keine mehrheitliche Zustimmung.
Damit stünde Elxleben ohne Saal oder andere adäquate Veranstaltungsräume da und zwar auf lange Sicht. Die für Kirmes und Fasching genutzte Halle der Agrargenossenschaft wird von den Vereinen mit enormem Aufwand hergerichtet, steht aber jeweils nur temporär zur Verfügung. Für Versammlungen, Treffen, Trainings und andere Aktivitäten aber fehlt jede Alternative. Gleiches gilt für größere private Feierlichkeiten.

Der Saal hat bis vor wenigen Monaten den Schülern zur Mittagsversorgung gedient. Auch wenn der Sanierungsstau unübersehbar ist, so könnte die Gemeinde – je nach Haushaltslage – Stück für Stück Reparaturen ausführen lassen. Der Unterstützung der beiden wichtigsten Vereine in Sachen Veranstaltung, dem Kirmesverein und dem Elxlebener Karnevalsclub, darf sich der Gemeinderat sicher sein. Jetzt ist es an Bürgermeister Heiko Koch, den Weg für eine Rückübertragung zu ebnen.

Pro-Contra-Liste Gemeinderäte

Pro Erhalt des Saalgebäudes:

1 Außenanlage Park mit nutzbar
2 Gebäude in Ortsmitte etablierter Veranstaltungsort mit bestehender Identifikation
3 Kombination mit vorhandener Gastronomie denkbar
4 Baulich kein direkter Gebäudekontakt mit vorhandener außergewerblicher Wohnbebauung
5 Kombination Gemeindesaal mit Kleinwinternheimer Platz
6 Umbau Bestandsobjekt vermutlich günstiger als Neubau (alte Post)
7 Beteiligung der Vereine bei Umbauarbeiten z.B. Teilabriss in Eigenleistung
8 Es gibt im Moment keine Alternativflächen
9 Historisches Objekt wird nutzungsgerecht erhalten
10 Modernisierung in Teilschritten je nach Haushaltslage möglich
11 Nutzungsziel: Unterbringung des Seniorentreffs im Saal, dadurch Einsparung Betriebs- und Unterhaltskosten für 2 Liegenschaften
12 Veranstaltungsraum größer als bisherige Alternativen und multifunktionell
13 Lichtverhältnisse optimal vorhanden
14 Einsparung Abrisskosten beim Landkreis
15 Erhalt der Bausubstanz verhindert Schaden am Nachbargebäude

Contra

1 Objekt nicht Eigentum der Gemeindeverwaltung
2 Keine Gegenfinanzierung durch Verpachtung
3 Barrierefreiheit im Moment nicht gegeben
4 Parkfläche geht verloren (im Austausch für die Rückabwicklung Saalfläche muss Parkfläche für die Schulhoferweiterung freigeben werden)
5 Rückzahlung Kaufpreis
6 Wegen Fördermittelvergabe ist die Planabweichung mit Mittelgeber neu abzustimmen

Autor: B. Köhler   Fotos: B. Köhler

Unübersehbarer Sanierungsstau, insbesondere der Anbau und die sanitären Anlagen bedürfen der Modernisierung.

Der Schulhof war während der Bauphase zum Schulanbau auf einen eingegrenzten Bereich des Parks verlegt worden – eine Option für die künftige Gestaltung der Außenanlagen?

Teile des Schulhofes sind bereits neu gestaltet.

Restliche Baumaterialien lagern noch im Park. Der muss komplett neu gestaltet werden, weil der Schulhof hier während der Bauphase positioniert war.