Schwimmmeister Jörg Rauschenberg

Die perfekt vorbereiteten Hoffnungen

Das Becken strahlt schon in kräftigem Hellblau. Noch brechen sich die Sonnenstrahlen nicht an der Wasseroberfläche. Noch fehlt fröhlich-lautes Kinderlachen.

Das Dachwiger Bad ist leer, das Becken noch trocken. Schwimmmeister Jörg Rauschenberg steht auf einem Rollgerüst und arbeitet systematisch entlang der Beckenwand. Die letzten Quadratmeter gilt es noch zu streichen. „Wir sind vorbereitet. Wenn es heißt, wir dürfen in 14 Tagen öffnen, dann könnten wir das.“ Die Farbe muss immer schon ein Jahr im Voraus bestellt werden, rund 10.000 Euro kostet das. Gemeinsam mit Kollegen und Gemeindearbeitern ist das Wasserbecken gestrichen worden, seit rund vier Wochen. Die Befüllung mit Wasser nimmt rund sieben Tage in Anspruch und Schwimmmeister Jörg Rauschenberg ist optimistisch, dass in einem Monat der Badebetrieb aufgenommen werden kann.

Auch sonst hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten viel im Dachwiger Freibad getan. Neue Holzbänke, gesponsert von ortsansässigen Firmen, sind angeschafft worden. Das Gelände, das an das Stadion angrenzt, ist begradigt worden. Baumstümpfe wurden abgefräst. Der Sandkasten erneuert. Die alte Klärgrube ist zurückgebaut worden. Die drei Außenduschen wurden erneuert. Damit die im Sommer auch zuverlässig funktionieren, wurden getrennte Wasserkreisläufe installiert, einer für die Duschen, einer für`s Planschbecken. Die Türen der Umkleiden wurden neu gestrichen. Das Geländer vor den Umkleiden wurde erneuert, jedes Feld von einem anderen Sponsor gestiftet.

+Doch Schwimmmeister Jörg Rauschenberg hat bis zur Saisoneröffnung noch volles Programm. Dazu gehört der Bau eines neuen, großzügigeren Kassenhäuschens. Ein Sonnensegel für die Sandkiste soll noch her. Aus großen, hölzernen Kabeltrommeln sollen Tische für die Schulkinder entstehen und aus Eurotauschpaletten Strandkörbe. Die Metallelemente des Sprungturmes sollen noch in frischem Orange erstrahlen.

An Ideen und tatkräftiger Umsetzung mangelt es Jörg Rauschenberg weiß Gott nicht. Um das Bad kümmert sich auch ein überaus rühriger Förderverein, dessen Mitglieder sich aber aufgrund der Beschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise nicht treffen und gemeinsam tätig werden dürfen.

Neben der Hoffnung, dass das Dachwiger Freibad in absehbarer Zeit öffnen darf, besteht für Schwimmmeister Jörg Rauschenberg, den Förderverein, die Dachwiger und ihre Gäste aber noch eine ganz große Hoffnung – die umfassende und grundhafte Sanierung des Bades in wenigen Jahren. Die Auskleidung des Wasserbeckens mit einer Edelstahlwanne mit Umwälzanlage, die Schaffung von zwei 50- und drei 25-Meter-Bahnen – all das findet sich bereits in Plänen wieder. Abhängig ist das Projekt von Fördermitteln. Bleibt für alle Freunde des Bades zu hoffen, dass sie bewilligt werden. Das ist dann Hoffnung Nummer drei.

Autor: B. Köhler.  Fotos: S. Poltermann

Zaunerneuerung