Zu Gast bei Veronika Vogt

Koch- und Backbücher – so individuell wie die Person, für die sie gemacht werden. Rezepte – die altes Wissen für künftige Generationen bewahren und Familientradition pflegen. Eine Verbindung von regionaler und internationaler Küche, von Vertrautem und Exotischem, die es so wohl kein zweites Mal gibt – damit ließe sich umschreiben, was Veronika Vogt so intensiv seit Jahren betreibt und würde dem dennoch nicht in vollem Umfang gerecht.

Die Ökonomin hat nach einem erfolgreichen Berufsleben damit begonnen, Koch- und Backrezepte nicht nur zu sammeln, sondern sie allesamt auch auszuprobieren, die Ergebnisse zu bewerten, zu fotografieren, zu kategorisieren und dann zu ganz individuellen Koch- und Backbüchern zusammen zu stellen.

Ausschließlich Freunde, Familienmitglieder und Menschen, die Veronika Vogt so gut kennt, dass sie weiß, was sie gern essen, gehören zum Kreis derer, die zu besonderen Anlässen ein solches, über 200 Seiten und rund 600 Rezepte umfassendes Buch erhalten. Wem sie ein solches Geschenk macht, der darf sich schon deshalb glücklich schätzen, weil es rund sieben ganze Arbeitstage braucht, um die passenden Rezepte auszuwählen, zusammenzustellen und letztlich die Buchseiten zu gestalten. Nicht zu bemessen ist die Zeit, die sich Veronika Vogt für Überlegungen nimmt, mit welchen Rezepten sie Freude bereiten, Erinnerungen wach halten oder Experimentierfreude wecken kann. Der so Beschenkte hat ein umfangreiches Werk, das ihn sein Leben lang begleiten kann.

Woher sie die vielen Rezepte holt, wollten wir wissen und erleben ein Feuerwerk an Geschichten: Ein mehrwöchiger Studienaufenthalt im italienischen Bozen, bei dem Veronika Vogt neben vielem anderen als größten Triumph das eigentlich geheime Familienrezept für Spaghetti Carbonara persönlich vom Koch des Hotels erhielt – nach langem, zunächst vergeblichen, Bitten am letzten Abend ihres Aufenthaltes. Eine Urlaubsreise in den Oman, bei der die gesamte Küchencrew sich stolz vor das üppige Abendbuffet stellte und bereitwillig Auskunft über verwendete Zutaten gab. Jeder Restaurantbesuch inspiriert und weckt ihre Neugier, asiatische Küche steht dabei ganz vorn an.

Viele traditionelle Rezepte erhält Veronika Vogt von ihrer Mutter, die ebenfalls mit Leidenschaft kocht und bäckt. Manchmal experimentieren die beiden Frauen, um einen Geschmack, den die Mutter aus Kindertagen kennt, zu treffen, denn viele der alten Rezepte sind nur mündlich überliefert, werden nach erfolgreichem Koch- oder Backversuch schriftlich und mit Foto festgehalten.

Mit ihren vier Enkelkindern kocht und bäckt Veronika Vogt jeden Mittwoch für die ganze Familie. Dabei sind die Aufgaben klar verteilt: Tom, 10 Jahre alt, darf mitentscheiden, was gekocht und gebacken wird und stellt die Einkaufsliste zusammen. Das Beschaffen der Zutaten obliegt den Erwachsenen. Dann geht es an die gemeinsame Arbeit: Tom liest vor, Tjard (8 Jahre) wiegt die Zutaten ab, die siebenjährige Ildiko darf alles einfüllen und schließlich Kjell, erst fünf Jahre alt, rührt unter Anleitung alles zur richtigen Konsistenz. So lernen die Kinder, wie das entsteht, was sie täglich zu sich nehmen. Und das ist Veronika Vogt wichtig: „Man weiß, was drin ist, vorzugsweise selbst geerntetes Obst und Gemüse.“

Folgerichtig ist das nächste, bereits in Planung und Vorbereitung befindliche Projekt, ein Koch- und Backbuch für Kinder mit für die Kleinen gut verständlichen Erklärungen und beginnend bei den Einkaufslisten.

Für die Leser vom Elch-Report hat Veronika Vogt eine kleine Auswahl von Rezepten zusammen gestellt, die mit wenig Aufwand und auch ohne große Erfahrung im Kochen und Backen nach Lust und Laune umgesetzt werden können.

Autor: B. Köhler Fotos: S. Forberg