Günter Eichhorn in seiner Garage, in welcher der Traktor gerade überarbeitet wird.

Leuchtend grüner Deutz und himmelblaues NSU Quick

Noch ist Winter, doch Vogelgezwitscher, Frühblüher und länger werdende Tage künden vom Frühling. Auf den bereitet sich nicht nur die Natur vor, sondern auch die Technikfreunde, die Traktoren und Motorräder, Mopeds und Fahrräder auf Hochglanz bringen, damit sie unverzüglich zum Einsatz kommen können, sobald die Sonne wieder höher steht.

Wir sind bei Günter Eichhorn zu Gast und schauen uns an wie ein Traktor-Oldtimer frühlingsfit gemacht wird. Aufgebockt steht der leuchtend grüne, glänzende Deutz D 30S, erstmals am 12. Juli 1958 zugelassen, in der Garage. Die Motorhaube hochgestellt ist der Blick frei in den Motorraum. Das Lenkrad ist demontiert und das Lenkgetriebe frisch geölt. Auch die Hinterachse ist über den Winter in die Kur genommen worden. Um Druckpunkte an den Reifen zu vermeiden, wird der Traktor nach seinem letzten Einsatz im Herbst intensiv gereinigt, in der Garage aufgebockt, die Batterie ausgebaut. Von April bis Oktober ist der Deutz zugelassen, dazwischen hält er Winter-Schönheitsschlaf. Der wird durch Wartungs- und Reinigungsarbeiten intensiviert: Neuer Keilriemen im vergangenen Jahr, neue Öldüsen in diesem. Eine neue Halterung für den linken Scheinwerfer, neue Filter sowieso. Viele Ersatzteile holt Günter Eichhorn aus dem benachbarten Holland. „Die Niederländer haben alles!“, erklärt der Technikfan begeistert.

Günter Eichhorn hat seinen Deutz-Oldtimer 1994 in Hessen gekauft und aus ihm ein wahres Schmuckstück gemacht. Heute verfügt er nicht nur über diesen Traktor, sondern ebenfalls über einen Anhänger, eine voll funktionstüchtige und gleichermaßen gepflegte Kartoffellegemaschine, einen Einachser-Pflug, den er zu DDR-Zeiten selbst gebaut hat und der heute noch zum Einsatz kommt und – last but not least – ein Moped NSU Quick mit 3,5 PS. Das besitzt er seit 2011 und – genau wie sein Deutz erstrahlt es in der Originalfarbe – in diesem Fall ein erfrischendes Himmelblau.

Günter Eichhorn gehört den “Traktorfreunden Elxleben“ an – ein freundschaftlicher Verbund von Technik-Liebhabern aus den umliegenden Orten. Sie alle haben interessante Traktoren überall im Land ausfindig gemacht und sie in neuem Glanz erstrahlen lassen. Sie beteiligen sich an Schauen, Festen und Traktortreffen.

Hintergrund:
Deutz ist ein Ortsteil Kölns und die Tradition der Traktorenherstellung reicht bis ins Jahr 1927 zurück. In diesen rund 90 Jahren wurden rund eine Million Schlepper produziert wie die Traktoren bezeichnet werden. Auch entwickelte sich das Unternehmen zu einem bedeutenden Motorenhersteller. Die Traktorsparte wurde inzwischen nach Bayern verlegt und an einen italienischen Hersteller verkauft. Ab 1950 revolutionierte Deutz den Schleppermarkt mit den luftgekühlten Dieselmotoren. Die Marke steht für robuste, pflegeleichte und qualitätvolle Maschinen.
NSU war ein deutscher Fahrrad-, Motorrad-, Automobil- und Motorroller-Hersteller, der 1873 in Riedlingen von Christian Schmidt und Heinrich Stoll gegründet und 1880 nach Neckarsulm verlegt wurde. Das Unternehmen firmierte ursprünglich als „Mechanische Werkstätte zur Herstellung von Strickmaschinen“, stellte aber ab 1886 Fahrräder her und war ab 1901 maßgeblich an der frühen Entwicklung von Motorrädern in Deutschland beteiligt. Mitte der 1950er Jahre war NSU nach Stückzahlen der größte Zweiradhersteller der Welt.
Der Name NSU, der ab 1892 als Markenname bzw. Markenzeichen verwendet wurde, ist ein Kurzwort für den Stadtnamen Neckarsulm, der sich wiederum von den beiden Flüssen Neckar und Sulm ableitet, die hier zusammenfließen. *

* Quelle Wikipedia

Autor: B. Köhler  Fotos: S. Forberg, G. Eichhorn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

NSU Quick in Original Himmelblau

 

Kartoffellegemaschine