Topinambur, ein unterschätztes Gemüse

…wächst unerkannt in vielen unserer Gärten. Meist bewundern wir die gelben Blüten, deren Stängel stattliche Höhen von etwa 3 m erreichen können. Tatsächlich haben wir es hier mit einer Verwandten der Sonnenblume zu tun, die vor mehr als 300 Jahren aus Mittelamerika eingeführt wurde.

Die ertragreiche Pflanze, deren Wurzeln uns als hervorragendes Lebensmittel dienen, ist leicht in jedem Garten anzubauen. Geerntet wird, sobald die Blüten verwelkt und die Stängel am Vertrocknen sind. Die Knollen befinden sich direkt unter der Erdoberfläche und können Farbvarianten von Gelb bis Violett enthalten. Sie sind bis -30 °C frostbeständig und bleiben am Besten in der Erde. Sie lassen sich auch gut in einem mit Erde gefüllten Gefäß im kühlen Keller lagern, da bei Dauerfrost der Boden nicht aufgebrochen werden kann. An der Luft trocknen die Knollen innerhalb weniger Tage aus. Im Kühlschrank halten sie sich 2-3 Tage frisch.

Topinambur sind reich an wertvollen Inhaltsstoffen: von wichtigen Mineralien und Spurenelementen über wertvolle Vitamine bis hin zu Inulin. Sie gelten als Präbiotikum, was bedeutet, dass sie Lieblingsfutter für die gesunden Darmbakterien sind und dadurch unser Immunsystem stärken.

Außerdem ist dieses regionale Superfood leicht zuzubereiten und verwöhnt so manchen Gaumen auch in der Spitzengastronomie.

Die Knollen werden gut gebürstet, die Schale darf mitgegessen werden. Sie können die Wurzel in Stücke schneiden und dünsten oder braten; aber auch roh gerieben mit Nüssen und Äpfeln als Salat macht sie sich bestens.

Unser derzeitiges Lieblingsrezept : Topinambur-Chips

Topinamburknollen gründlich säubern und in 2-3 mm dünne Scheiben schneiden. Mit Sonnenblumenöl, Salz und Pfeffer vermischen und im Backofen bei Mittelhitze in etwa 20 min. goldbraun backen. Das schmeckt besonders gut als Topping zu Kartoffelstampf.

Tipp: Topinambur kann anfangs zu Blähungen führen aufgrund des ungewohnten Inulins. Deshalb, auch wenn es noch so lecker schmeckt, nicht alles auf einmal essen…😊

Autor: Anne-Kathrin Müller  Fotos: S. Forberg