Bulls buchen das Ticket für das Champions Cup Final 4
Die RSB Thuringia Bulls setzen sich in allen drei Partien durch und ziehen hochverdient in das Champions Cup Finalturnier ein. Am vergangenen Wochenende gastierten drei internationale Mannschaften im beschaulichen Elxleben. Grund dafür war das Champions Cup Viertelfinale. Neben dem italienischen Meister aus Cantu, waren auch die Teams aus Madrid und Istanbul am Start. Somit waren knappe und spannende Spiele vorprogrammiert.
Die Hausherren starteten am Freitag gegen den italienischen Meister in das Turnier. Von Beginn an zeigten sich die Bullen hochkonzentriert und motiviert. Besonders Joakim „Joke“ Linden und Arie Twigt fingen früh Feuer. Cantu fand nicht gut ins Spiel. Die eigene Offensive lief nicht nach Plan und in der Defensive fehlte der Zugriff auf die Schützen der Bullen. So stand es nach dem ersten Viertel 18:8. Auch das zweite Viertel verlief ähnlich. Zwar steigerte sich die offensive Leistung von Briantea, jedoch blieb die italienische Verteidigung sehr löchrig. So konnten sich die Thüringer weiter absetzen und führten zur Halbzeit mit 40:21.
In der zweiten Halbzeit legten die Gastgeber in ihrer Offensive nochmal zu, währenddessen die Schützen von Cantu weiterhin am regelmäßigen Scoren gehindert wurden. Somit wuchs der Vorsprung kontinuierlich an. Zur letzten Viertelpause führten die Bullen mit 64:32. Wer nun dachte, dass die Hausherren bereits Kräfte für das Spiel gegen Madrid schonen würden, täuschte sich. Die Thüringer zogen ihr Spiel bis zur letzten Sekunde durch und gewannen verdient mit 89:45. Arie Twigt setzte mit seinem dritten „Dreier“ einen sehenswerten Schlusspunkt.
Am Samstag traf die Mannschaft von Andre Bienek auf das spanische Schwergewicht aus Madrid. Zunächst konnte der Flow vom Vortag nicht übertragen werden. Die Königlichen fanden wesentlich besser in Spiel und setzte sich direkt ab. Ilunion verteidigte stark und zeigte eine enorme Präzision im Abschluss. So führten die Spanier mit 24:15 nach dem ersten Viertel. Im zweiten Spielabschnitt stellten sich die Thüringer besser auf den Gegner ein und verbesserten ihre Leistung auf beiden Seiten des Spielfeldes. Besonders die Bullen-Offensive glänzte. Durch hohe Wurfquoten von Halouski, Linden, Twigt und Azad kamen die Elxlebener immer näher. So führte Madrid zur Halbzeit (beim Stand von 47:46) nur mit einem einzigen Punkt.
Die Zuschauer bekamen ein Spiel auf Weltklasse-Niveau zu sehen. Dementsprechend euphorisch war die Atmosphäre im Bullenstall. Und es ging hochklassig weiter. Die zweite Halbzeit gestaltete sich noch ausgeglichener. Ein regelrechter Schlagabtausch zeichnete sich ab. Das Bienek-Team erkämpfte sich im dritten Viertel einen hauchdünnen Vorteil von vier Punkten, da Twigt, Halouski, Linden und Azad nach wie vor zuverlässig trafen. Zur letzten Viertelpause führten die Gastgeber mit 71:67. Im Verlauf des letzten Viertels drehte sich der leichte Vorteil um. Besonders durch Latham und O`Neill-Thorne kam Madrid zurück in die direkte Schlagdistanz. In einem Herzschlagfinale entschieden die Bullen eines der besten Rollstuhlbasketball Spiele aller Zeiten mit 93:92 für sich.
Mit der Gewissheit des sicheren ersten Platzes, konnten die Thüringer in das letzte Duell gegen Fenerbahçe Istanbul gehen. Auch für die Türken ging es sportlich um nichts mehr. Mit zwei Niederlagen aus den ersten beiden Spielen, trotz einer starken kämpferischen Leistung, waren sie schon sicher ausgeschieden. Trotzdem wollte sich Fenerbahçe mit einer guten Performance verabschieden. Und das erste Viertel bot beste Unterhaltung. Beide Teams fingen früh Feuer und erzielten viele Punkte. Zur ersten Viertelpause stand es 24:24. Im zweiten Viertel lief es zunehmend besser in der Bullen-Verteidigung. Die Istanbuler Schützen konnten sich seltener gute Wurfpositionen erarbeiten. Da die thüringische Offensive weiterhin gut funktionierte, wuchs der Vorsprung nun an. Zur Halbzeit führten die Bullen mit 50:37.
Istanbul versuchte wirklich alles, um nochmal ranzukommen, aber die Gastgeber spielten das Spiel in der zweiten Halbzeit souverän und konzentriert zu Ende. Der Endstand lautete 88:66 zugunsten des Teams von der Osterlange. Zum Abschluss des Events wurden Arie Twigt und Alex Halouski auf Bullen-Seiten verdientermaßen ins All-Star Team gewählt.
Wir bedanken uns bei allen Gästemannschaften für ein tolles und spannendes Turnier, das beste Werbung für den Rollstuhlbasketball war. Wir sagen Danke an alle IWBF Offizielle und Schiedsrichter für ihren unermüdlichen Einsatz im Sinne unseres Sports. Zudem senden wir ein ganz großes Dankeschön an alle Helfer, die hinter den Kulissen einen wieder mal außergewöhnlichen Job gemacht haben. Und wir bedanken uns aus tiefstem Herzen bei allen Fans, die die Teams in der Halle und am Livestream überragend unterstützt haben. Gemeinsam durften wir ein unvergessliches Wochenende mit unserer Lieblingssport feiern!
Ergebnisübersicht:
Fenerbahçe Istanbul 67:85 CD Ilunion Madrid (14:20; 16:22; 17:17; 20:26)
RSB Thuringia Bulls 89:45 Briantea 84 Cantu (18:8; 22:13; 24:11; 25:13)
Briantea 84 Cantu 78:67 Fenerbahçe Istanbul (19:24; 21:10; 18:18; 20:15)
CD Ilunion Madrid 92:93 RSB Thuringia Bulls (24:15; 23:31; 20:25; 25:22)
CD Ilunion Madrid 70:53 Briantea 84 Cantu (21:12; 16:19; 10:10; 23:12)
RSB Thuringia Bulls 88:66 Fenerbahçe Istanbul (24:24; 26:13; 20:14; 18:15)
Autor: J. Heinrich, Fotos: F. Möller