Die Bullen kassieren ihre erste Saisonniederlage

    Die RSB Thuringia Bulls müssen sich dem RSV Lahn-Dill knapp geschlagen geben und verlieren mit 68:66 (19:19; 17:11; 14:16; 18:20).Am vergangenen Samstag reisten die RSB Thuringia Bulls nach Gießen. Dank der Kooperation zwischen dem RSV Lahn-Dill und den Gießen 46ers, wurde das Spiel im Rahmen eines Doppel-Spieltages  ausgetragen. Die Elxlebener trafen also auf einem hochmotivierten Gegner, nach dem intensiven Champions Cup Auftritt am vergangenen Wochenende.

    Zu Beginn des Spiels zeigten sich die Bullen zu verhalten. Zwar eröffnete Alex Halouski die Punktejagd, jedoch konnte sich der RSV früh absetzen. Die thüringische Defensive war lückenhaft, wodurch Thomas Böhme und Matthias Güntner ihre ersten Korberfolge verzeichnen konnten. Andre Bienek musste eine schnelle Auszeit nehmen. Nach der taktischen Anpassung fanden die Thüringer besser in die Partie. Jordi Ruiz netzte einen sehenswerten Drei-Punkt-Wurf ein und rüttelte damit seine Mannschaft wach. Danach wechselten sich die Scores munter ab und die Zuschauer konnten sich auf einen knappen und spannenden Spielverlauf einstellen. Kurz vor dem Ende des ersten Viertels sorgten Arie Twigt und Jordi Ruiz für Ektase bei den mitgereisten Bullen-Fans. Durch ihre zwei „Dreier“ war das Spiel wieder ausgeglichen. Joakim Linden brachte seine Farben sogar in Führung, allerdings setze Rose Hollermann den Schlusspunkt und glich erneut aus. Somit ging das erste Viertel mit einem Stand von 19:19 zu Ende.

    Der zweite Spielabschnitt hatte einen ähnlichen Start, im Vergleich zum Ersten. Die Gäste erzielten die ersten Punkte und fingen sich daraufhin einen Mini-Lauf vom RSV. Diesmal waren es Quinten Zantinge und Jannik Blair, die sechs Punkte nacheinander scorten und einen Vorsprung von vier Punkten erspielten. Allerdings wurde dieser Vorsprung direkt egalisiert, in dem Vahid Azad und Jordi Ruiz trafen. In der Folge wurde die Verteidigung der Mittelhessen ein kleines bisschen galliger, sodass die Bullen-Schützen nun nicht mehr den direkten Kontakt halten konnten. Bis zur Halbzeitpause konnte sich Lahn-Dill ein Sechs-Punkte-Polster erarbeiten und führte nach zwanzig Minuten mit 36:30.

    Im dritten Viertel blieb das Spiel hart umkämpft. Dabei drehten die Bullen jetzt die Verhältnisse zum Viertelstart um. Güntner brachte den ersten Score auf die Anzeigetafel und danach gab es wiederum einen kleinen Lauf der Gäste, wodurch die direkte Schlagdistanz wieder hergestellt wurde. Gerade unter dem Korb zeigte sich der Tabellenführer anfällig. Nach der Auszeit von Janet Zeltinger zeigten die Hausherren eine starke Reaktion und holten sich den Sechs-Punkte-Vorsprung zurück. Nachdem das Viertel bisher von kleinen „Runs“ geprägt war, schenkten sich beide Teams in der Folge nichts und begaben sich erneut in einen offenen Schlagabtausch. Am Ende entschieden die Bullen den Spielabschnitt knapp für sich, verringerten den Abstand und brachten sich in eine gute Ausgangslage für das letzte Viertel. Zur letzten Viertelpause stand es 50:46 für die Mittelhessen.

    Auch in den letzten zehn Minuten änderte sich der Spielverlauf nicht. Die Zuschauer bekamen ein absolutes Duell auf Augenhöhen zu sehen. Mit einem verwandelten „And-One“ von Nationalspieler Matthias Güntner kam der RSV besser in das Schlussviertel rein. Jedoch konnten die Bullen umgehend darauf reagieren. Erst stellte Joakim Linden den alten Abstand wieder her und danach brachte Jordi Ruiz seine Mannschaft auf drei Punkte heran. Scores von Böhme, Albrecht und Hollermann schlossen sich an. Beide Mannschaften ließen sich von der Spannung etwas anstecken, was insgesamt 22 Ballverluste unterstrichen. Nach etwa fünf Minuten nahm Andre Bienek eine Auszeit, um sein Team auf die anstehende Crunchtime in einer knisterten Atmosphäre einzustellen. 

    Durch zwei getroffene Freiwürfe brachte Arie Twigt seine Farben auf zwei Punkte heran. Leider vergab Vahid Azad kurze Zeit später seine beiden Chancen von der Freiwurflinie. Diese Tatsache nutzte Güntner aus, traf zweimal den Korb und baute den Abstand erneut auf sechs Punkte aus. Aus der darauffolgenden Offensive konnten die Gäste keine Punkte mitnehmen. Da den Bullen so langsam die Zeit ausging, musste die Thüringer fortan foulen, um die Uhr anzuhalten. Güntner zeigte Nerven und konnte seine Freiwürfe nicht im Korb unterbringen. Vahid Azad legte zwei schnelle Punkte nach. Wieder foulten die Gäste. Thomas Böhme konnte zumindest einen Wurf verwandeln. So führte der RSV mit fünf Punkten. Arie Twigt netzte seinen nächsten „Dreier“ ein und heizte die Stimmung in der Halle so richtig an. Wieder konnten die Hessen nur eine Chance von der Freiwurflinie nutzen. Vahid Azad erzielte erneut einen schnellen Korb. Dadurch stand es nun 67:66 für den RSV Lahn-Dill. Nach einem weiteren Treffer von der Freiwurflinie, hatten die Thüringer nur noch sieben Sekunden Zeit für den letzten Wurf. Alex Halouski feuerte einen Drei-Punkt-Wurf auf den Korb, jedoch erfolglos. Damit siegte der RSV Lahn-Dill in einem denkbar knappen Endspurt mit 68:66 und die Bullen kassierten die erste Saisonniederlage.

    Trotz der Niederlage hat das Spiel mit Sicherheit Vorfreude auf das Pokal-Halbfinale beim Final 4 in Frankfurt geweckt. Dort werden sich beide Mannschaften in 14 Tagen erneut gegenüberstehen. Jetzt liegt der Fokus des Bienek-Teams aber komplett beim Hauptrundenabschluss gegen die Köln 99ers am kommenden Samstag (18 Uhr) im Bullenstall, denn nur ein Sieg sichert den ersten Tabellenplatz für den Playoff-Heimvorteil.

     Die RSB Thuringia Bulls spielten mit folgendem Kader: Joakim Linden (16), Arie Twigt (12), Jordi Ruiz (12), Vahid Azad (10), Alex Halouski (8), Jens Albrecht (6), Driss Saaid (2), Hubert Hager, Lukas Gloßner und Marie Kier.

    Autor: J. Heinrich, Fotos: F. Möller

    Wir benutzen Cookies

    Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.