Rund eine halbe Million für neues Gehege

    Nach rund zwei Jahren Planung und Bauzeit hat der Zoo am Montag seine seine neue Anlage für Rote Pandas und Weißschwanzstachelschweine feierlich eröffnet. Auf dem Plateau des Zooparks, gegenüber der Yak-Anlage, entstand gleich für zwei Arten ein naturnaher Lebensraum. Erste Bewohnerin auf der Panda-Anlage ist die elfjährige Lilli aus Nürnberg. Das Rote Pandaweibchen wird zukünftig neben den zwei bereits im Zoopark lebenden Weißschwanzstachelschweinen von Baum zu Baum klettern.

    Bereits im September 2024 wurden die ersten Entwürfe vorgestellt. Da die Wartezeit auf die beliebte Tierart aufgrund geringer Nachwuchszahlen mehrere Monate betrug, nutzte der Zoopark die Zeit für eine umfassende Aufwertung des gesamten Areals. Insgesamt wurde ca. eine halbe Million Euro in die neue Anlage, die Umfeldgestaltung, neue Trinkwasserleitungen, Wege, Beschilderung, Kletterelemente und Begrünung investiert. 

    Zahlreiche Sponsoren, vor allem der Verein der Zooparkfreunde unterstützten das Projekt, unter anderem mit einer Crowdfunding-Aktion, durch die der Futterfelsen für die Stachelschweine finanziert werden konnte. 

    Die Bauarbeiten begannen im März 2025 auf der ehemaligen Kaschmirziegen-Anlage. Nach dem Rückbau des alten Geheges entstanden ein Teich als natürliches Kühlsystem, eine markante Kunstfelsenlandschaft sowie ein im nepalesischen Stil gestalteter Stall. Große Glasscheiben ermöglichen künftig besondere Einblicke in die Anlage. 2026 wurde das Projekt mit dem Innenausbau des Hauses, der Kletterlandschaft und der naturnahen Gestaltung des Geheges fertiggestellt. 

    Entstanden ist ein insgesamt 625 Quadratmeter großer Lebensraum mit einer 450 Quadratmeter großen Panda-Anlage und einer 175 Quadratmeter großen Anlage für die Weißschwanzstachelschweine. Die Anlage übertrifft die empfohlenen Mindestgrößen für die Haltung Roter Pandas deutlich und bietet mit Kletterstrukturen, Rückzugsorten, Schattenplätzen sowie Bambus und Gräsern optimale Bedingungen. Ein besonderes Merkmal ist der vollständig erhaltene Baumbestand, der durch eigens gefertigte Kletterelemente verbunden wurde. So kann Lilli ihrem natürlichen Verhalten entsprechend von Baum zu Baum wechseln. 

    Auch die Weißschwanzstachelschweine profitieren von der Neugestaltung. Sie ziehen aus ihrer bisherigen Anlage am Alten Elefantenhaus in ein deutlich größeres und moderner gestaltetes Gehege um. 

    Mit Lilli zieht erstmals seit mehreren Jahrzehnten wieder ein Roter Panda in den Zoopark ein. Bereits in den 1970er- und frühen 1980er-Jahren wurden Rote Pandas am Roten Berg gehalten. Die elfjährige Lilli stammt ursprünglich aus dem Zoo Chester und lebte seit 2015 im Tiergarten Nürnberg.

    Quelle und Fotos: Thüringer Zoopark Erfurt (red. bearbeitet)