Anil Cegil (#3) mit dem Korbwurf
Von Ottawa bis Elxleben: Bulls starten mit Rückenwind in die neue Saison
Fünf Akteure der Thuringia Bulls vertraten ihre Nationalmannschaften bei der Rollstuhlbasketball-Weltmeisterschaft in Kanada. Während in Ottawa um die Medaillen gekämpft wurde, nahm im Bullenstall die Vorbereitung auf die neue Saison Fahrt auf.
Die Rollstuhlbasketball-Weltmeisterschaft in Ottawa bot alles: große Emotionen, packende Spiele und starke Auftritte der Bulls-Akteure. Gleich fünf Athleten aus Elxleben vertraten ihre Nationalmannschaften und hinterließen auf der größten Bühne des internationalen Rollstuhlbasketballs ihre Spuren.
Für die Niederlande ging Wirbelwind Anil Cegil an den Start. In der „Todesgruppe“ mit Titelverteidiger USA und dem späteren Finalisten Italien musste Oranje zwei Niederlagen hinnehmen, gegen Brasilien gelang ein Sieg. Im Achtelfinale war gegen Großbritannien Endstation. In der anschließenden Platzierungsrunde zeigte das Team Moral und sicherte sich mit Siegen gegen Argentinien und Kolumbien den neunten Platz.
Auch Team Deutschland war mit vier Bulls prominent vertreten. Bei den Damen trug Marie Kier das deutsche Trikot und absolvierte eine intensive Gruppenphase mit fünf Spielen. Deutschland musste sich lediglich den späteren Weltmeisterinnen USA und Paralympics-Champions Niederlanden geschlagen geben. Das Team um Ex-Bulls-Trainer Josef Jaglowski feierte Siege gegen Japan, Frankreich und Algerien. Nach der Viertelfinalniederlage gegen Großbritannien folgten in der Platzierungsrunde eine Niederlage gegen China und ein Sieg gegen Japan. Damit beendete das neuformierte Team die Weltmeisterschaft auf Platz sieben.
Für die deutschen Herren gingen Alex Halouski, Lukas Gloßner und Neu-Bulle Alexander Budde auf Korbjagd. Durch die Nichtteilnahme des Iran bestritt Deutschland lediglich zwei Gruppenspiele und gewann beide Partien souverän gegen Kanada und Marokko.
Als Gruppenerster zog das Team ins Achtelfinale ein und setzte sich dort gegen Kolumbien durch. Im Viertelfinale wartete mit Paralympics-Sieger USA eine der größten Herausforderungen des Turniers und Deutschland lieferte einen Rollstuhlbasketball-Krimi, der in Erinnerung bleiben wird. Mit einem 67:64-Erfolg gelang erstmals seit 53 Jahren wieder der Einzug einer deutschen Herren-Nationalmannschaft in ein WM-Halbfinale.
Dort fehlte gegen den späteren Weltmeister Australien in der Overtime nur ein einziger Punkt zum Finaleinzug. Im Spiel um Bronze setzte sich anschließend Großbritannien durch. Das Team von Bundestrainer Jan Haller beendete eine bemerkenswerte Weltmeisterschaft damit auf einem starken vierten Platz.
Eine besondere Auszeichnung erhielt Alex Halouski: Für seine herausragenden Leistungen wurde das Bulls-Urgestein in das All-Star-Team der Weltmeisterschaft gewählt und fügte seiner beeindruckenden Karriere damit ein weiteres persönliches Highlight hinzu.
Während in Ottawa um jeden Ball gekämpft wurde, fiel mehr als 6.000 Kilometer entfernt bereits der Startschuss für die neue Saison. Zu Beginn der Woche absolvierten Jordi Ruiz, Joakim Linden, Vahid Azad, Jens Albrecht und Hubert Hager ihre ersten gemeinsamen Einheiten unter der Leitung von Headcoach Andre Bienek.
Und auch die Bulls-Fans haben bereits ein erstes Ausrufezeichen gesetzt: Alle Dauerkarten für die Saison 2026/27 sind verkauft. Ein neuer Rekord und ein starkes Zeichen für die Vorfreude und den Rückhalt rund um den Bullenstall.
Am 10. und 11. Oktober wartet mit dem traditionellen FUNKE Cup der erste Härtetest. Mit Hannover United, RB Zwickau und BBC Münsterland ist das Teilnehmerfeld komplett. In diesem Rahmen findet die offizielle Saisoneröffnung am Samstag um 18:30 Uhr gegen die Füchse aus Hannover statt.
Eine Woche später wird es ernst: Am 17. Oktober um 18 Uhr starten die Thuringia Bulls gegen die München Iguanas im Fit In in die neue Saison.
Übersicht der WM-Spiele unserer Athleten
Niederlande – Anil Cegil
Gruppenspiele
- USA - Niederlande: 63:60
- Niederlande - Italien: 56:63
- Brasilien - Niederlande: 45:58
Achtelfinale
- Großbritannien - Niederlande: 69:47
Platzierungsrunde 9 - 16
- Niederlande - Iran: 20:0 (Sonderwertung)
Platzierungsrunde 9 - 12
- Niederlande - Argentinien: 65:46
Spiel um Platz 9
- Niederlande - Kolumbien: 66:59
- Endplatzierung: Platz 9
Deutschland Damen – Marie Kier
Gruppenspiele
- Deutschland – Japan: 59:54
- USA – Deutschland: 73:31
- Niederlande – Deutschland: 73:50
- Deutschland – Frankreich: 50:26
- Algerien – Deutschland: 29:84
Viertelfinale
- Großbritannien – Deutschland: 81:38
Platzierungsrunde 5 - 8
- Deutschland – China: 37:64
Spiel um Platz 7
- Deutschland – Japan: 50:33
- Endplatzierung: Platz 7
Deutsche Herren – Alexander Budde, Alex Halouski und Lukas Gloßner
Gruppenspiele
- Deutschland – Iran: 20:0 (Sonderwertung)
- Kanada – Deutschland: 73:89
- Marokko – Deutschland: 28:91
Achtelfinale
- Deutschland – Kolumbien: 77:63
Viertelfinale
- Deutschland – USA: 67:64
Halbfinale
- Australien – Deutschland: 84:83 (OT)
Spiel um Platz 3
- Deutschland – Großbritannien: 56:67
- Endplatzierung: Platz 4
Autor: Thuringia Bulls, Fotos: Franzi Möller (Archiv)

Marie Kier (#9) in der Offensive

Lukas Gloßner (#6) passt den Ball

Alex Halouski (#14) beim Freiwurf

Alexander Budde (#12) in der Verteidigung
