Frühe Ernte und geringe Erträge machen es den Landwirten in diesem Jahr schwer

Es ist heiß an diesem Donnerstag Nachmittag. Und es ist trocken. Wie seit Wochen schon. Es regnet einfach nicht. Daran änderte auch das Intermezzo am Wochenende mit überschaubaren Niederschlägen nichts. Bereits seit Tagen sieht man schon aus der Ferne Staubwolken über die goldgelben Felder ziehen. Die Getreideernte ist in vollem Gange. Rund ein bis zwei Wochen früher als normal. Was normal ist und was nicht – ist gerade nicht zu greifen, denn es ist bereits das vierte Jahr in Folge, in dem es zu wenig regnet in der Zeit, die für das Wachsen und Reifen der Pflanzen entscheidend ist – vom Frühjahr bis in den Juli. Dann ist die Entwicklung abgeschlossen. Regen, der später fällt, ist für diese Getreideernte nicht mehr relevant.

Rund 1.550 Hektar bewirtschaftet die Agrargenossenschaft Elxleben: 800 Hektar Winterweizen, 300 Hektar Winter-Raps, 150 Hektar Winter- und Sommergerste, je 150 Hektar Futterpflanzen – Mai, Luzerne und Gras. Gerade einmal acht Arbeitskräfte stemmen diese Mammutaufgabe. Unterstützt werden sie dabei von moderner Technik. In zwei Mähdrescher wurden im vergangenen Jahr rund 800.000 Euro investiert. Was deren fast elf Meter breite Schneidwerke erfassen und nach dem Schnitt – besser gesagt nach der Mahd – in einem sich unmittelbar anschließenden Arbeitsgang gedroschen wird, also das reine Korn, nehmen im rollierenden System Traktoren auf.

Die ‚Spreu vom Weizen trennen‘ wird heute von Hochleistungsmaschinen in kürzester Zeit bewerkstelligt. Die riesigen High-Tech-Ungetüme sind erstaunlich schnell und präzise, dabei trotzdem sehr wendig. 11.500 Liter fasst der Korntank der Mähdrescher, 585 PS starke Motoren treiben die Maschinen über die großen Flächen. Der Fahrer kann via Bordcomputer u.a. den Füllstand des Korntanks beobachten und zu gegebener Zeit auf den begleitenden Traktor abladen. Die GPS-Steuerung sorgt dafür, dass es keine Überlappungen bei der Flächenbearbeitung gibt.

Und doch bleibt es für die Menschen eine anstrengende, eine herausfordernde Aufgabe, die vollen Einsatz verlangt. Denn die Ernte muss eingebracht werden auch dann, wenn wie in diesem Jahr alles mehr oder weniger zur gleichen Zeit gereift ist. Lange Schichten und Wochenendarbeit stehen für die nächste Zeit auf dem Plan.

Die Trockenheit fordert ihren Tribut: Viele Ähren tragen nur kleine Körner, manche sind ganz leer geblieben. Notreif – das Korn stirbt ab, bevor es voll ausgereift ist. Dort, wo die Felder nur eine geringe Erdüberdeckung aufweisen, hält sich Feuchtigkeit nur kurz. Das ist insbesondere auf den Flächen von der B 4 in Richtung Friedrichsdorf und Witterda der Fall. Zwischen dem Ortsrand Elxleben und der Gera in Richtung Riethnordhausen sind die Böden schwer und länger feucht und fruchtbar. Noch lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen wie die Ernte ausfällt. Zwischen zehn Prozent bei der Wintergerste und 30 Prozent beim Weizen schätzt Vorstand Norbert Rabe die Mindererträge ein. Knapp drei Wochen dauert die Ernte an, 20 sog. Druschtage sind geplant, davon ist rund die Hälfte absolviert.

Autor: B. Köhler  Fotos: S. Forberg

Auf einigen Flächen kleine Körner oder ganz leere Ähren – die Ernte 2018 wird mager wegen der lang anhaltenden Trockenheit. 

Vorstand Norbert Rabe zeigt, warum das Ergebnis nicht zufrieden stellen kann.  

Modernste Druschtechnik kommt zum Einsatz. 

Wir dürfen einige Meter auf dem Mähdrescher mitfahren und sind beeindruckt wie sich das Schneidwerk ins Kornmeer senkt und sicher die wirbelnden Ähren erfasst.  

Korntank voll – jetzt wird abgeladen