Wir sind stolz wie Bolle!

Andisleben. Mit der ‚Ode an die Freude‘ eröffnete der Frauenchor Andisleben/Dachwig das Festprogramm. Bei Sonnenschein, Kaffee und Kuchen lauschten die zahlreich erschienenen Gäste zunächst dem Gesang, dann den Worten der Festredner. „Als 2008 der damalige Gastwirt verstarb, stand die Gemeinde vor der Entscheidung – lassen wir diese Bauruine oder gehen wir in die Aktivität und machen daraus unser Dorfzentrum?“, eröffnete Bürgermeister Hans Vollrath seine Ansprache. 2009 wurde das Objekt, ein Ensemble bestehend aus Haupt- und Nebengebäude mit Innenhof, gekauft und im Rahmen des Programmes ‚Dorferneuerung‘ saniert. Rund 500.000 Euro kostete das Haupthaus, 170.000 Euro die Hofanlage und noch einmal 270.000 Euro das jetzt fertiggestellte ehemalige Nebengebäude, jetzt ‚Haus 2‘. Davon stammten ca. zwei Drittel aus Fördermitteln. Im Haupthaus befinden sich ein Saal, eine Bauernstube, ein Weinkeller, Umkleidemöglichkeiten für Künstler und Akteure und Stauraum für Vereinsequipment. Das jetzt eingeweihte Gebäude bietet einem Rentnertreff, einem Sprechzimmer für zwei Ärzte, einer Verkaufsstelle der Bäckerei Busch, einem Vereinszimmer, und einem „Sprechbüro der Bürgermeisterei“ (wie Hans Vollrath es nennt) Raum. „Wir haben zur richtigen Zeit das Richtige gemacht.“, resümiert der Bürgermeister.

Auch Landrat Harald Henning war zu Gast: „Ich kann nur ganz herzlich gratulieren. Mit dem Dorfgemeinschaftshaus zeigt Andisleben, was man mit Eigeninitiative schaffen kann. Der Dank geht an den Bürgermeister und den Mut des Gemeinderates. Wir standen vor zehn Jahren hier und es gab auch Andislebener, die das alles für Quatsch hielten. Als ich gesehen habe, wie es aussieht, habe ich manchmal gedacht, dass es besser wäre, es wegzureißen und neu zu bauen. Jetzt aber ist alles schön. Es lohnt sich, so etwas zu bauen und den Bürgern zur Verfügung zu stellen. Auch der Landtagsabgeordnete Jörg Kellner bekräftigte: „Es ist richtig, dass das Gebäude nicht abgerissen, sondern die Struktur erhalten wurde, mit Hartnäckigkeit und Sensibilität für die Bausubstanz. Respekt!“

„Wir sind stolz wie Bolle, dass wir dieses schöne Gebäude einweihen dürfen.“ hatte zu Beginn des Programmes Marion Brauer vom Frauenchor gesagt. Dieser Stolz und eine große Freude war zum Fest deutlich spürbar.

Autor: B. Köhler   Fotos: B. Köhler

 

Bürgermeister Hans Vollrath

 Hans Vollrath mit Landrat Harald Henning

Landtagsabgeordneter Jörg Kellner 

Der neue Rentnertreff – die Stühle werden in Kürze geliefert.  

Das Sprechzimmer des Bürgermeisters. „Man muss zwar die Treppe hoch, aber wenn Ihr laut ruft, komme ich auch herunter.“, verspricht Hans Vollrath.

Ein Raum, den alle Vereine des Ortes nutzen dürfen.  

Dank an die ‚gute Seele des Objektes’, Gemeinde-Mitarbeiterin Karola Kirr für ihr großes Engagement. Die Gäste begrüßten sie mit großem Applaus.  

Ebenfalls großer Dank vom Bürgermeister an Gerd Vollrath, Chef des Bauhofes und die zweite gute Seele des Hauses für seinen Elan.

Die neu eingerichtete Verkaufsstelle mit Café der Bäckerei Busch, Marion Busch führt das in Walschleben ansässige Unternehmen in 6. Generation, Schwester Bettina Busch ist hier ebenfalls aktiv, Vanessa Vinz ist Auszubildende. Die drei versorgten am Samstag die Gäste mit Kuchen, Torten und Kaffee.

Karin Roth, Tochter des Volksmusikers Herbert Roth, sorgte für gute Stimmung.